#5 Crianlarich - Bridge of Orchy

Es war mit 7 Grad ziemlich frisch, als wir am Morgen losmarschierten. Wir waren deshalb ganz froh, dass es gleich einmal ordentlich bergauf ging – so kommt man wenigstens schnell auf Betriebstemperatur.
Unser erstes Ziel war der Sattel des Kirk Craig. Gleichzeitig überschritten wir hier die Wasserscheide zwischen Atlantik und Nordsee.

Das Tal und der Nebel lagen inzwischen weit unter uns. Für einige Kilometer blieben wir auf der Höhe und genossen die herrliche Landschaft der Highlands. Die Kombination aus Bergen, Nebel und einsamen Wegen hatte durchaus etwas Mystisches
Danach folgte der Abstieg zurück ins Tal, der grösstenteils durch wunderschönen Wald führte. Ein angenehmer Abschnitt, bei dem wir uns fast schon daran gewöhnten, dass der Weg einmal nicht durch Morast führte.
Wir folgten dem River Fillan talaufwärts, passierten den geheimnisvollen „Lochan of the Lost Sword“ und erreichten schliesslich das kleine Dorf Tyndrum. Dort legten wir eine kurze Pause ein. Ein Kaffee gehört schliesslich zu einer langen Wanderung.

Anschliessend ging es ins Glen Orchy. Vor uns erhob sich der Beinn Odhar. Je höher wir kamen, desto ungemütlicher wurde das Wetter. Regen und kräftiger Wind begleiteten uns auf dem Aufstieg zum Tyndrum Pass. Zum Glück kam der Wind von hinten – heute durften wir uns also ausnahmsweise einmal vom Wetter anschieben lassen.

Vom Pass führte uns der Weg ins Tal River Allt Kinglass.

Vor uns türmte sich der mächtige Beinn Dorain auf. Wir umrundeten den Berg auf seiner linken Seite und näherten uns unserem Tagesziel Bridge of Orchy.
Und dann hatten wir tatsächlich Timing-Glück: Kaum waren wir in Bridge of Orchy angekommen, begann der Sturmregen vom Himmel zu prasseln.
Die heutige Etappe war technisch deutlich einfacher als die vergangenen Tage. Dafür sorgten Regen, Wind und Nebel für genügend schottisches Wanderfeeling.
Morgen geht es über dem Man Carreigh nach Kingshouse. Wir hoffen, dass sich des Wetter über Nacht beruhigt.
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